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AUFRUF Zur Einleitung einer öffentlichen Debatte zu den Bedingungen für die Zustimmung zur Beschneidung

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Zusammenfassung

Empfänger
1 - Beschneidung und Schmerzen: von der Unwissenheit bis hin zur Verleugnung
2 - Die amerikanische Kultur der Beschneidung der Neugeborenen erobert die „ganze Welt“
3 - In Frankreich: Flüchtlinge von innen
4 - Von der „Religionsfreiheit“ zur „Freiheit der Zwangsausübung”
5 - Ein globaler Konsens in Reichweite über das Alter der Zustimmung zur Beschneidung
Anh. - Offene Briefe an die religiösen Behörden der Muslime und Juden
Anh. - Pressemappe

Öffentliche Unterzeichner
Organisationen
Persönlichkeiten

Empfänger

An Marlène Schiappa, Staatssekretärin für die Gleichstellung der Geschlechter und den Kampf gegen Diskriminierung

Verteiler
Agnès Buzyn, Ministerin für Solidarität und Gesundheit
Adrien Taquet, Staatssekretär beim Ministerin für Solidarität und Gesundheit
Nicole Belloubet, Justizministerin
Geneviève Avenard, Fürsprecherin der Kinder
Gilles Bloch, Präsident und CEO des Nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM)

Hoher Rat für die Gleichstellung von Frauen und Männer
Nationale Beratende Kommission für Menschenrechte (CNCDH)
Beirat für die Gleichstellung von Frauen und Männer (G7)
Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (Europäisches Parlament)
Beiratender Ausschuss für Chancengleichheit von Frauen und Männern (Europäische Kommission)
Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter (Europarat)
Europäisches Institut für Gleichstellungsfragen (Europäische Union)
Association des Ombudsmans et Médiateurs Francophones (AOMF)
European Network of Ombudsmen for Children (ENOC)

 

Sommer 2019

Sehr geehrte Staatssekretärin,

In der Hoffnung, den sexuellen Verstümmelungen ein Ende zu bereiten, freuen sich die Unterzeichnenden des vorliegenden Aufrufs sehr über Ihre Initiative zu Gunsten eines „Plans gegen die Genitalbeschneidung“. Es ist aber auch ein Plan, der auf die männlichen sexuellen Verstümmelungen fokussiert, notwendig: man geht von der Schätzung aus, nach der 1 Junge von 4 weltweit eine Beschneidung erlitten hat, die ohne seine freie und aufgeklärte Zustimmung und ohne ärztliche Notwendigkeit erfolgte.

1 - Beschneidung und Schmerzen: von der Unwissenheit bis hin zur Verleugnung

Unwissenheit - Die Beschneidung ist eine unabänderliche Entfernung der Penisvorhaut, die zu schweren Leiden führen kann, die das ganze Leben andauern. Es mangelt an einer institutionellen Anerkennung dieser körperlichen und psychologischen Leiden, die weder einer Untersuchung unterzogen noch zu einer Prävention oder Behebung Anlass gaben. Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass diese Anerkennung schließlich 2016 in der Kritik erfolgte, die der Ausschuss gegen Folter der Vereinten Nationen zum Thema der intersexuellen Kinder an Frankreich gerichtet und auf diese Weise das Bewusstsein dafür geweckt hatte, dass die Frauen leider nicht die einzigen Opfer sexueller Verstümmelungen sind (Tribune «  Pour l’arrêt des mutilations des enfants intersexes » Libération 10. September 2018).

Leugnung - In Bezug auf die Beschneidung von Neugeborenen belegen wissenschaftliche Studien ein extremes Schmerzniveau, das beispielsweise durch einen erheblichen Anstieg der Herzfrequenz und des Cortisolspiegels gekennzeichnet ist1. Dieser extreme Schmerz ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Vorhaut die wichtigste sensorische Einheit des Penis darstellt und eine wirkungsvolle Narkose in diesem Alter eine erhöhte Lebensgefahr mit sich bringt. Es überrascht, dass keine Institution für die Verteidigung der Kinderrechte sich Sorgen darum macht.

2 - Die amerikanische Kultur der Beschneidung der Neugeborenen erobert die „ganze Welt“

Vereinigte Staaten - Zusätzlich zu den starken Schmerzen, die Millionen von Babys zugefügt wurden, könnte die Beschneidung von Neugeborenen allein in den Vereinigten Staaten die Ursache von 100 bis 200 Todesfällen pro Jahr sein. Eine Zahl, die offensichtlich fragwürdig ist, da es merkwürdigerweise weltweit keine offizielle Statistik gibt, die eine klare Analyse ermöglicht. Tatsächlich werden diese Tötungsdelikte als „Blutung, Infektion, Herzstillstand, Narkoseunfall“ abgetan und werden nicht als „Auswirkung der Beschneidung“ benannt, was dazu führt, dass sie nicht strafrechtlich verfolgt werden. Welcher zwingende Grund liegt dieser Verirrung der ersten Weltmacht zugrunde? Der Kampf gegen die Masturbation. Darauf ist der vergessene religiöse Ursprung dieser amerikanischen Tradition zurückzuführen, die mehr als ein Jahrhundert zurückliegt und unaufhaltsam auf der Suche nach einer wissenschaftlichen Begründung ist. Weltweit vollkommen isoliert behauptet die American Academy of Pediatrics gegen jegliche Logik, dass „die gesundheitlichen Vorteile der Neugeborenenbeschneidung die Gefahren überwiegen.“

WHO/UNAIDS - Die ausgebreitete Kampagne zwecks Befürwortung der Beschneidung, die 2007 von der WHO und UNAIDS und vom US-Modell inspiriert, ins Leben gerufen wurde, fokussiert auf die Neugeborenen: „Da es einfacher und weniger riskant ist, Neugeborene zu beschneiden als Jungs, Jugendliche oder Erwachsene, müssen sich diese Länder fragen, wie die Beschneidung von Neugeborenen auf sichere, kulturell verträgliche und nachhaltige Weise gefördert werden kann. „UNICEF unterstützt diese Praxis trotz seiner Mission der Verteidigung der Kinderrechte und des Beitrags zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse und zur Förderung ihrer allumfassenden Verwirklichung.

Die fehlende Einwilligung: Es ist kaum zu glauben, dass die 20 Millionen Afrikaner, die bereits im Rahmen dieser von der US-Wohltätigkeit2 finanzierten Kampagne beschnitten wurden, „frei und aufgeklärt“ Folgendem zugestimmt haben:
- Dem irreversiblen Verlust des wesentlichen sexuellen Potenzials;
- Dem extremen Schmerz ihrer Neugeborenen;
- Einer Beschneidung, die für Erwachsene „riskanter“ ist als für Neugeborene, während dieses Risiko für Neugeborene bereits inakzeptabel ist.

Wenn nachgewiesen wird, dass ein Mangel an Zustimmung vorliegt, eine Annahme, die eine internationale Untersuchungskommission leicht untersuchen könnte, so müssen die Verantwortlichen dieser Kampagne sanktioniert werden und Millionen afrikanische Opfer entschädigen, deren Stimme von den Medien ignoriert wird.

Weltweit - Schon 2016 hatten sich UNAIDS, auf der Grundlage des Notfallplans des US-Präsidenten für die Bekämpfung von AIDS (PEPFAR), UNICEF und WHO das Ziel gesetzt, die Beschneidung auf die „gesamte Welt“ auszudenken und in diesem Rahmen bis 2020 25 Millionen mehr Menschen zu beschneiden.

Alle Opfer der Ideologie der Fortpflanzung [3] - Die uralte Ideologie der Fortpflanzung ist dieser soziale Diskurs, der die Fortpflanzung zu einer Anforderung und einer allgemein geltenden Norm macht. Es handelt sich hierbei um einen unbewusst verinnerlichten Diskurs, dem wir alle zum Opfer fallen, weil er die Fortpflanzung in den Vordergrund stellt und die Verminderung des Leidens außer Acht lässt. Die absurde religiöse Begründung des Kampfes gegen den Onanismus ist eine der zahlreichen Ausdrucksformen dieser Ideologie. Dasselbe gilt für die patriarchalische Unterdrückung der Frau, das Verbot der Verhütung oder die Homophobie. In der Tat stellt sich heraus, dass die Beschneidung in Wirklichkeit die mechanische Wirkung mit sich bringt, die Möglichkeit der Masturbation so weit einzuschränken, dass sie verhindert werden kann. Dies ist eine weitere Konsequenz unter all den höchst schädlichen Auswirkungen der WHO-Kampagne auf die männliche und weibliche Sexualität. Gleichzeitig hat die weltweite Verbreitung der amerikanischen Pornografie die neuen Generationen auf die Norm des beschnittenen Mannes vorbereitet. Eine Norm, die Südkorea seit der Landung der Amerikaner 1945 als Kolonialerbe aufgenommen hat. Seit der Nachkriegszeit hatten die Vereinigten Staaten auch begonnen, Europa zur Verbreitung der Beschneidung zu drängen. Im Jahre 2018 üben die USA erneut einen erheblichen Druck auf Island aus. Hier wollte man nämlich den Schutz der Mädchen vor sexueller Verstümmelung auf die Jungen ausdehnen. Und wie sieht die Zukunft aus?

3 - In Frankreich: Flüchtlinge von innen

Rechtsverweigerung - Es muss noch ein Katalog der Diskriminierungsformen zwischen Frauen und Männern in Bezug auf die sexuellen Verstümmelungen erstellt werden: Diese Aufgabe fällt in die Mission Ihres Staatssekretariats. Das jüngste Beispiel ist das „Asyl- und Einwanderungsgesetz“ von 2018, das den Schutz von Jungen nur auf Fälle sexueller Verstümmelung beschränkt, die „ihre Fortpflanzungsfunktion beeinträchtigen könnten“. Hätte dieses Gesetz die Gleichstellung von Frauen respektiert, gäbe es dann in Frankreich viele Flüchtlinge von innen, denen heute jegliches Recht verweigert wird? Wie viele Verfahrenseinstellungen gibt es, wenn es um Minderjährige geht, die gegen den Willen der Mutter oder des Vaters eine religiöse Beschneidung erlitten? Wie viele Todesfälle und irreversible Komplikationen gab es schon im Zusammenhang mit dieser Amputation, die ohne jegliche medizinische Notwendigkeit und noch weniger mit der Zustimmung des Kindes durchgeführt wurde? Wo sollen Minderjährige untergebracht werden, die von ihren eigenen Eltern bedroht werden? Welche rechtliche Unterstützung können sie erwarten, um ihrer sexuellen Verstümmelung zu entgehen oder sie zumindest zu beheben? Wie Sie es bezüglich der „kleinen Mädchen“ anführten, gibt es immer noch zu viele kleine Jungs, die „friedlich mit ihren Familien in Urlaub fahren und nicht wissen”, dass sie vor Ort beschnitten werden.

Soziale Kosten - Es handelt sich um eine scheinbar anekdotische Diskriminierung, die das Ausmaß des Skandals offenbart. Tatsächlich übernimmt die Gemeinschaft die Kosten für die Korrektur der weiblichen Genitalverstümmelung, aber nicht die der Beschneidung, wie zum Beispiel die Kosten für die Wiederherstellung der Vorhaut. Die Beschneidungsrate beläuft sich in Frankreich auf 14%, während sie in den skandinavischen Ländern oder in Japan bei etwa 0% liegt. Kann man aber sicher sein, dass diese Abweichung nicht die Genitalverstümmelungen abdeckt, für die gleichermaßen eine Entschädigung gezahlt werden sollte wie bei den Frauen? Hat der Rechnungshof geprüft, ob die Erstattungen für die Beschneidung durch die Sozialversicherung - 80.000 im Jahr 2011 - einer medizinischen Notwendigkeit entsprachen, die auf einer wirklich informierten Zustimmung beruht? Die Höhe ist, dass das Geld der Steuerzahler morgen eingesetzt wird, um den Schaden zu beheben, den ein und dieselben Steuerzahler zuvor finanziert hatten. Es würde ja schon ausreichen, die vorausgehende Genehmigung der Krankenkasse zu verabschieden, damit Frankreich ab 2020 dem finnischen Beispiel folgt mit unter 1% der erstattungsfähigen Beschneidungen. In Großbritannien ist die Beschneidungsrate der Neugeborenen gesunken, da der „neue britische Gesundheitsdienst beschloss, ihre Kosten nicht mehr zu erstatten”. Wie viele Dutzend Millionen könnte die Gemeinschaft pro Jahr einsparen, würde sie diese vorausgehende Genehmigungtreffen, unter Einberechnung der vollständigen Beschneidungskosten, inklusive der Notfälle und Komplikationsbehebungen? Es handelt sich hier um eine Ressource, die sich für Programme zur Vorbeugung und Behebung der weiblicher, intersexueller und männlicher Genitalverstümmelungen eignet.

Ausbildung zum Thema der Penisgesundheit - Die Praxis der zwangsweisen Vorhautretraktion muss auch in die Typologie der sexuellen Verstümmelungen von Männern eingeordnet werden. Bei der Geburt sind Vorhaut und Eichel verklebt, dann trennen sie sich spontan und fortlaufend während der Kindheit. Das Zurückziehen der Vorhaut ist abhängig von der Person in einem sehr unterschiedlichen Alter möglich. Und das ist völlig normal. Das Zurückziehen der Vorhaut zu erzwingen kann zu Läsionen oder anderen Komplikationen führen, die zur Notwendigkeit ihrer Entfernung führen können. Zahlreiche Zeugenberichte bestätigen das Fortbestehen dieser invasiven, unnützlichen, traumatisierenden und schädlichen Praxis, die sei es im Familienkreis als auch im Bereich der Allgemeinmedizin oder im Krankenhaus oder sogar im Rahmen der Schulmedizin durchgeführt wird. Wir müssen dem gefährlichen Hygienemythos, der auch als Begründung der Beschneidung gilt, ein Ende bereiten. Ein wahres Ausbildungsprogramm zum Thema der Gesundheit des Penis muss ins Leben gerufen werden.

4 - Von der „Religionsfreiheit“ zur „Freiheit der Zwangsausübung”

Laizismus - Es ist an der Zeit, dass der Begriff laizistisch verstanden wird, da die unerlaubte, rituelle Beschneidung ein wahrer „Akt der Gewalt gegen die Männer“ ist. Dies gilt vor allem, weil diese Form der Verletzung des Geschlechts der Kinder kürzlich die bedauerliche Unterstützung einer Front von katholischen Behörden und anderer Zweige des Christentums erhielt. [4]

Freiheit der Zwangsausübung - Im Falle dieser Gewalt ist die geltend gemachte „Religionsfreiheit“ offensichtlich eine „Freiheit der Zwangsausübung” gegenüber den Schwächsten (den Kindern), was einen offensichtlichen Widerspruch bedeutet. Was das häufig von den Befürwortern der traditionellen Beschneidung angeführte Alibi betrifft, so bezieht es sich auf die Tatsache, dass das Risiko einer HIV-Infektion des Mannes durch die Frau im Falle einer vaginalen Penetration durch die Beschneidung verringert würde, wobei aber wohl offensichtlich ist, dass kleine Jungs davon nicht betroffen sind.

5 - Ein globaler Konsens in Reichweite über das Alter der Zustimmung zur Beschneidung

Öffentliche Debatte - Angesichts dieses „Kreuzfeuers“ um das kindliche Geschlecht fordern wir eine öffentliche Debatte über die Bedingungen der Zustimmung zur Beschneidung in einer Atmosphäre des Mitgefühls. Das Symposium über die Zukunft der Beschneidung, das 2015 von der Vereinigung der jüdischen Ärzte in Frankreich und vom einheitliche jüdischen Sozialfond organisiert wurde, hat den Weg für eine solche Debatte geebnet, indem es anerkannte, dass die Beschneidung von Neugeborenen zu einem unvermeidlichen Schmerz und zu Komplikationsgefahren führt und  in bestimmten Situationen aufgeschoben werden muss. Um eine Einigung darüber zu erwirken, dass eine Beschneidung nur in einem Alter erfolgen soll, in dem der Betroffene sich auch frei und aufgeklärt entscheiden kann, haben wir die muslimischen und jüdischen religiösen Behörden über die Lancierung dieses Aufrufs in Kenntnis gesetzt.

Von der G7 in die ganze Welt - Wir fordern, dass das Thema der Beschneidung Teil der „Prioritäten der französischen G7-Präsidentschaft“ wird, und dies genauso wie die Genitalverstümmelung der Frau, wobei auch die intersexuellen Verstümmelungen nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Sollte die Weltgemeinschaft nicht alle gefährdeten Kinder ohne jegliche Diskriminierung unterstützen?

Wir verbleiben mit den besten Grüßen an Sie.

Verweise

  1. Jewish circumcision: an alternative perspective, Jenny Goodman, BJU International (1999), 83, Suppl. 1, 22–27
  2. wovon Bill & Melinda Gates Foundation, Johns Hopkins, Clinton Health Access Initiative oder PEPFAR im öffentlichen Bereich
  3. Naître est-il dans l’intérêt de l’enfant ? (Ist es im besten Interesse des Kindes, geboren zu werden?), Jean-Christophe Lurenbaum, 2011 (jcl.algosphere.org)
  4. Christians, Jews, Muslims concerned by Iceland circumcision proposal, Rat der europäischen Bischofskonferenzen und Konferenz Europäischer Kirchen, 15. März 2018

Offener Brief an die religiösen Führer der Muslime und Juden

Pressemappe (französisch)

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